Engiadina Antik

Antik Brocki in Zernez

Engiadina Antik

Zernez

Es gibt Kunden, die extra aus Stuttgart und Mailand anreisen: Regula und Gian Reto Minsch verkaufen in einem alten Engadiner Haus gesammelte Schätze aus mehreren Jahrhunderten. Das Gebäude wurde von den Kunstliebhabern eigenhändig restauriert und dekoriert. Zwischen Steinmauern aus dem 12. Jahrhundert präsentieren die beiden Engadiner Möbel aus Gotik und Renaissance, Schmuck, Gemälde, Briefmarken und Trachten, Objekte ab zwanzig Franken, aber auch wertvolle Kunstgegenstände. Alle Stücke sind sorgfältig ausgesucht und aufgeladen mit der Energie vergangener Zeiten.

In ihrem rustikalen Antiquitätengeschäft auf drei Etagen finden Sie eine grosse Auswahl an Antiquitäten, speziell aus dem Engadin und dem Alpenraum.

Neben dem grossen Angebot an Möbeln, Schmuck und Kleinantiquitäten finden Sie bei uns auch Kunstgegenstände, Briefmarken, Münzen, Textilien, und Gemälde von bekannten Künstlern aus der Region.

Öffnungszeiten

Mittwoch – Donnerstag

14.00 – 18.30

Freitag

09.00 – 12.0014.00 – 18.30

Samstag

09.00 – 12.00 13.00 – 17.00

Textil-Stübli

Leinenkleider sind mit dem Aufkommen der Baumwolle im Verlauf der Industriellen Revolution gegen Ende des 18. und im 19. Jahrhundert aus der Mode gekommen und später von den weissen, bauschigen Baumwollkapseln weitgehend verdrängt worden. Seit wenigen Jahrzehnten gewinnen die Flachs- oder Leinenfasern der Flachspflanze, dem Gemeinen Lein, als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung. Über Generationen wurden die robusten, langlebigen Leinenkleider getragen oder wurde in Leinen-Bettwäsche geschlafen. Über die Jahre und nach unzähligen Waschvorgängen verlor die an sich graue Leinenfaser ihre Farbe und wurde weiss. Heute gelten Leinentücher ihrer Struktur und Haptik wegen als edel und Leinenkleider finden immer mehr Liebhaber. Dies gilt insbesondere für alte, gebrauchte Leinenprodukte. Regula und Gian Reto Minsch betreiben in Zernez in rustikaler Umgebung ein mehrstöckiges Antiquitätengeschäft. Wobei der Begriff Museum den Räumlichkeiten und den unzähligen, darin aufgelegten Gegenständen bedeutend gerechter würde. In diesen Kosmos längst vergangener Zeiten haben Minschs nun liebevoll ein «Textil-Stübli» integriert. Hier verkaufen sie alte Leinenkleider, Bettwaren, Accessoires und andere, meist einheimische Handarbeiten aus den letzten rund 250 Jahren. Neben Gestricktem finden sich viele aufwendig gehäkelte, fein gewobene oder kunstvoll geklöppelte Handarbeiten. Alte Bauernkutten und Trachten mischen sich unter Urgrossmutters Unterwäsche oder ellenlangen Wollstrümpfe mit dem Hauch längst verflossener Erotik. Dies gilt auch für die vereinzelten, moderneren Kleider im Stübli. Immer vorausgesetzt, man will zum Beispiel den einen schwarzen Badeanzug aus den 1950er- Jahren als modern interpretieren. Sicherlich hat das Marilyn Monroe zu jener Zeit so gesehen, ihre männlichen Bewunderer ohnehin.

Bericht arvenkunst.ch

Die schönsten Möbel der Welt

Mit grosser Begeisterung hat mir Gian Reto Minsch die gotischen Möbel in seinem Antik-Brocki in Zernez gezeigt. “Die schönsten Möbel der Welt”, wie er sie nannte, war nicht einfach so dahin gesprochen, die Faszination war ihm dabei richtig anzusehen. Seine Leidenschaft für die antiken Schätze des Engadins spürt man schon beim betreten des einmaligen Ladenlokals. Eigentlich stimmen beim dem Laden weder der Name Antik-Brocki, noch die Bezeichnung Ladenlokal. Vielmehr betritt man eine längst vergangene Welt, die einem aber sofort in seinen Bann zieht. Mehr oder weniger fühlt man sich fast wie in einer alten Bünderwohnung, oder in einem Museum. Hier kann man die Ware aber kaufen, was die Sache natürlich umso sympathischer macht.

Auch viel aus Arvenholz

Auf Arvenholz angesprochen, weiss Gian Reto Minsch auch sehr viel zu erzählen. Nebst den Veränderungen des Holzes, kennt er sich auch sehr gut mit der Pflege der alten Möbel aus. Gerne und breitwillig gibt er sein Insider-Wissen weiter. Nicht nur Möbel aus Arvenholz kann man im Antik-Brocki bestaunen, es gibt auch viele Gebrauchsgegenstände, Literatur, alte Gemälde und Fotos von stolzen Arvenbäumen.

Zu spät und doch genau richtig

Mein Plan an diesem Tag war eigentlich simpel. Früh am Vormittag in Pontressina abfahren, kurzer Halt im Antik-Brocki in Zernez, Autoverlad

durch den Vereina Tunnel und wieder ab ins Unterland wo ich noch einen Fotoauftrag wahrnehmen musste. Diesen Plan hab ich aber ohne Gian Reto Minsch und seinem Antik-Brocki gemacht. Die Zeit beim ihm verging wie im Flug. Als ich nach knapp zwei Stunden die Tür zum “Museum” hinter mir schloss, war auch direkt der Autozug durch den Vereina Tunnel abgefahren. Und dennoch, die Welte meinte es gut mit mir. Trotz Schnee, war der Flüelapass noch geöffnet und die Fahrt über den Pass ins Unterland war um vieles schöner und abenteuerlicher, als der Autoverlad durch den Tunnel.

Eine Halt im Antik-Brocki in Zernez kann ich jedem nur empfehlen. Für mich gehört dieser Ort aufjedenfall auf die “must see” Liste im Engadin.

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